Hello, Hello…

März 12th, 2012

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I´m still alive and well. Oder nicht? Doch, eigentlich schon, sieht man von den Wahnsinn ab, der uns täglich umkreist. Bundeswulffhinrichtung auf Hörensagen. Gauckinstallation als alternativloser Reflex. Der eine bekommt den Zapfen gestrichen. An dem Tag, an dem die Frauen Ihren Ehrentag haben und die Griechen ihre Schulden in Scheiben schneiden. Und BILD schafft das Seite 1 Mädchen ab. Das ist jetzt ein Seite 3 Mädchen, wo es bei Boulevardzeitungen eigentlich schon seit Lichtjahren platziert ist. Das Ganze verkaufen die scheinheiligen  Schlagzeilenkasper als frauenfreundlich und beugen sich in Wirklichkeit nur den typisch amerikanisch-nippelprüden Applerichtlinien für den APPStore, weil man sonst mit dieser neuen Druckmaschine kein Geld drucken kann. Verlogene Welt.

Und was ist sonst noch passiert? Nicht viel! Eigentlich gar nichts. Talkrunden haben die Eigentumsfrage am Bobbycar der Expräsidentenkinder thematisiert. Und auch die Frage, ob Maschmeier von Marshmallo stammt, was wohl irgendwie auf die Frage zurück geht, ob beide aus weichem Süßschaum gemacht sind. Gauck wird nun von den Ossis gegauckt und für unbrauchbar befunden. Was den MDR in eine Art DDR 2.0-Starre versetzt und dazu nötigt, die entsprechende Webumfrage mit dem unerwünschten Abstimmungsergebnis einfach von der Website zu pusten. Der informative GAUck. Würde man denken. Kleinlaut hieß es später, irgendwer hätte irgendwie die Abstimmung manipuliert. Aja. Ein Wulff, wer böses dabei denkt. Interessiert hat es freilich keinen.  Im Westen ignoriert man das Raunen sowieso komplett. Wir sind ja so eine Art Griechenland im Land. Keine Kohle. Keine Meinung. Keine Ahnung. Das Wir-sind-ein-Volk-Volk fühlt sich in seinem diffusen DIEDAOBEN-Syndrom (wahlweise auch DIEDADRÜBEN) bestätigt und geht seinem oftmals schwarzgestrichenen Tagwerk nach. Mehr Bretto vom Nutto oder auch: Nach mir die Griechen. Oder die Sintflut? Irgendwie ist das auch das gleiche.

Derweil kuriert sich der Bundeswulff im Kloster. Harz 8 mit anderen Mitteln, denn künftig freut er sich auf 200 TEUR im Jahr. Nun gut. Muss er sich halt ein bisschen einschränken, denn ein Auto wird’s wohl nicht geben. Dennoch irgendwie teuer? Ja. Und irgendwie geschieht es uns Recht. Haben wir doch alle unsere Meinung langsam aber sicher umgebBILDet. Waren wir nicht der Ansicht, da werde einer gejagt? Und haben wir dann nicht irgendwann alle gedacht: Vielleicht ist ja doch was dran? Und haben wir nicht alle aufgeatmet, als er dann endlich ging? Der Lügner! Und werden wir uns alle bei ihm dafür entschuldigen, wenn der Staatsanwalt zu dem Schluss kommt, dass Bobbycarsponsoring nicht strafbar ist? Natürlich! Ähm, nicht. Keiner wird das tun. Für mich schon jetzt ein Grund, im die 200 Tacken nachzuwerfen. Weh tun muss es. Uns, der Ansammlung labiler, wohlstandsverformter Meinungsumwandler. Und während wir uns im Mitleid baden, den Griechen die Kohlen nach Athen tragen und unserem Nachbarn nicht den Bußgeldbescheid unterm Scheibenwischer gönnen, währenddessen dreht sich er Planet einfach weiter. Kinder verhungern zu Tausenden. Menschen sterben dafür, Ihre Meinung sagen und wählen gehen zu dürfen. Andernorts geht man so lange wählen, bis das Ergebnis passt, was dem Sieger sogar eine Träne der Rührung , dem Volk eher Tränen der Wut in die Augen treibt. Schweinerei! Wahlfälschung! Verbrecher! (Er fuhr bestimmt auch einen Q3 im Sommer) Unruhig stopfen wir uns die Chips ins Gesicht und ballen die Faust. In der Tasche unserer Jogging-Hose. Ich dagegen bin beruhigt. Denn: Für Wahlfälschung braucht man abgegebene Stimmen. Solange die Wahlen Sonntags stattfinden sind wir also safe! Gute Nacht.

EVERY END HAS A START

Januar 5th, 2011

Selbstbildnis

Hallo und guten Tag, heute will ich endlich mal wieder schreiben. Ich habe lange geschwiegen, weil mich Job und Leben an sich nicht dazu kommen lassen wollten, laut und frech zu sein. Viel ist passiert, das eigentlich “kommentiert gehört hätte”, um es mal umgangswestlich zu formulieren. Doch das alles ist vorbei und quasi kalter Kaffee. Und erstaunlicher Weise dreht sich die Welt auch ohne meine mehr oder minder intelligenten Kommentare doch weiter. Nein, heute vielmehr wird es persönlich, denn ab heute ist es offiziell: ZONO nimmt sich eine Auszeit und steigt aus der Firma aus.

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ES KOMMT, WIE ES MUSS

September 23rd, 2009

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Eigentlich habe ich gar keine Zeit. Ich stecke sozusagen mitten in der Suche nach dem Wahlkampf. Und das ist eine Woche vor der Bundestagsvertragsverlängerung gar nicht so einfach. Ok. Die Plakate an den Straßenlaternen habe ich auch gesehen. Aber was wollen diese stummen Wahlboten uns eigentlich sagen? Nehmen wir z.B. die Linke, die schon einmal große Teile Deutschlands an den Rand eines Schwellenlandes entwickelt hat. Mit großem Eifer und unter Leitung einer rüstigen Seniorentruppe. “Reichtum für alle!”, schallt es wie Donnerhall von den Masten. Ein Brüller in Harz4rien. Da kann doch jeder zustimmen, oder? Aber mal ehrlich: Wie langweilig wär das denn. Nur noch 911er auf der Straße, die von frischzellengepushten 70jährigen mit rasenden 40 Kilometern pro Rentnerstunde (die sind gefühlt länger) zum nächsten, artgerecht vorgeweichten Frühstücksbrötchen gelenkt werden. Drei Wochen warten auf die Helikopterdurchsicht und im Sommer Ballermann Gold auf den Malediven. Natürlich ausgebucht.

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GOOD LUCK, PAPERMONSTERS

Januar 11th, 2009

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Dirk Neubauers Facebook-Profil

Alle reden von der großen Krise. Jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Dabei hat das Leiden längst begonnen. In meiner Branche zum Beispiel. Und es ist faszinierend, wie lange eine gesunde Industrie ein wirklich großes Problem verwalten kann, ohne wirklich Schaden zu nehmen. Oder besser: Ohne von dem Schaden Notiz zu nehmen, der längst einem unentdeckten Krebsgeschwür gleich entstanden ist und auf die unheilvolle Stunde seiner Entdeckung wartet. Die Rede ist von der Zeitungswelt, in der ich mich bewege. Und die mich immer wieder dazu bringt, auch über ein Weiter zu sinnieren. Zum Jahresanfang, wenn der Kopf noch frei und die Nerven gut sind. Wenn man die Zukunft deuten will muss man die Vergangenheit verstehen. Das zumindest habe ich mal gelernt. Damals, als ich anfing, für Menschen über Menschen zu schreiben. Denn, dies wussten schon die alten Griechen ganz ohne Wikipedia, Google und world wide web, alles fließt. Und wenn man wissen will, wie stark ein Fluss werden wird, muss man die Quelle kennen. So ist ein Blick zurück sehr hilfreich, ja notwendig. Zeigt er doch, dass nicht das Internet das Problem ist, welches die Verlage und Funkhäuser derzeit in Bedrängnis bringt. Es bringt eher freie Sicht auf eine Reihe von ganz anderen, ja systematischen Problemen. Auf das Selbstverständnis der Medienschaffenden als einzig legitimierte Hüter der Inhalte zum Beispiel. Auf qualitative Versäumnisse und mangelnde Marktorientierung. Wir sind die Nachricht. Dies ist seit langer Zeit die Sicht der Macher. Die des Marktes ist es nicht.

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ANKURBELUNG WILL, ANNE, ODER?

Dezember 7th, 2008

Gäbe es jetzt eine Blitzumfrage zum Unwort des Jahres, ich hätte einen super Vorschlag. In meinem akustischen Spamfilter landet inzwischen ganz zuverlässig beinahe stündlich das zustandsbeschreibende Buchstabenunding ANKURBELUNG. Ganz ehrlich. Dieses Buchstabenmonster war mir bisher gänzlich unbekannt und treibt mir nun  den spontanen Wahnsinn in die Augenlider. So wie eben. Das Erste hat Anne Will mal wieder auf den Schirm geschminkt. Zusammen mit Herrn Hepadingli aus Berlin, Horst Niebel von der Efdepä, einem Drogenbaron - Pardon Drogeriebaron (egal weil trotzdem Milliardär) - einer schwammigen Stabülehrerin aus Zittau, die heute den schwer korpulenten Linksaußen gibt und  Heinz Sarazin, der als Finanzsenator von Berlin den Harz IV-Kollegen schon mal einen dicken Pullover und  jeden Tag Bratwurst empfiehlt. Was wird diskutiert? Jawoll. Da brauchen wir keinen Publikumsjoker und müssen nicht mal einen anrufen. Es ist d! Tada! Die 27.Auflage der täglichen Krisendiskussion. Und bereits in fünf Minuten wurde mein neues Lieblingswort gefühlte zehn Mal genannt. Da wird die  Ankurbelung  der Wirtschaft, des Arbeitsmarktes des Konsums gefordert. Ja. Und den Opel, den müssen wir auch ankurbeln, was einem Fahrer eines solchen besonders in kalten Tagen nicht fremd sein dürfte.

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